DO IN: Workout für den Energiekreislauf

Wer mit DO IN kleine Übungen in seinen Alltag einbaut, fühlt sich erfrischt, entspannt und befreit. Ähnlich wie bei Shiatsu bringen gezielte Bewegungen den Energiekreislauf in Fluss und stärken das Wohlbefinden.

DO IN ist eine alte japanische Technik, die körperliche Gesundheit, seelische Ausgeglichenheit und einen wachen Geist fördert. Die Wirkweise ist ähnlich wie bei Shiatsu, da mit demselben Energiezonen-System gearbeitet wird, es ersetzt jedoch kein Shiatsu. Ein wesentlicher Unterschied ist, dass man sich beim Shiatsu von Expertinnen und Experten behandeln lässt, während DO IN nach professioneller Anleitung selbständig praktiziert werden kann. Die Lehre vom Energiekreislauf stammt aus der traditionell chinesischen Medizin. Es gibt fünf Wandlungsphasen (Wasser, Holz, Feuer, Erde und Metall), denen die Meridiane und entsprechende Organe im Körper zugeordnet sind. Bei DO IN-Übungen werden – wie bei einer Shiatsu-Behandlung – die energetischen Zonen ins Gleichgewicht gebracht. Die Meridiane werden bei DO IN geöffnet, sodass die Energie wieder fließen kann. Arbeitet man mit einem Meridian, wird das gesamte System freigeschaltet, da es sich ja um einen Kreislauf handelt. Für jeden Meridian gibt es verschiedene Übungen. Expertinnen und Experten empfehlen, sich eine persönliche Auswahl an Übungen zusammenstellen zu lassen, da das am effektivsten wirkt.

Kleine Bewegungen, große Wirkung
In Einzelstunden lassen sich die Übungen auch an individuelle Probleme anpassen, wie etwa Schulter- oder Nackenschmerzen, Blähbauch, Müdigkeit, Angst oder Atembeschwerden. Diverse Shiatsu-Praktikerinnen und Shiatsu-Praktiker in OÖ bieten auch Gruppenkurse an. Die Bewegungsabläufe werden während einer Einheit gemeinsam durchgegangen, sodass sie zuhause in Eigenregie wiederholt werden können. DO IN-Übungen erinnern an Yoga, sind aber nicht dasselbe. Die Anleitung und Zielverfolgung sind eine andere. Von der Dynamik zu Beginn – um den Körper aufzuwärmen – geht es langsam in die Ruhe und Tiefe. Diese Langsamkeit auszuhalten ist oft die Herausforderung. Besondere Aufmerksamkeit liegt auf Wirbelsäule, Becken- und Schultergürtel. Die Muskeln und das Bindegewebe werden durch regelmäßiges Üben ebenso gestärkt, doch angesteuert werden tiefere Schichten bis zu den Knochen. Der Fokus liegt nicht auf der perfekten Zielposition, sondern auf dem Weg, der konzentrierten Bewegung, dem Gleichgewicht. Somit handelt es sich bei DO IN um eine Schulung der Eigenwahrnehmung.

Ein individueller Weg für jede und jeden
Grundsätzlich ist DO IN für jede Person jeden Alters geeignet. Das Wichtigste ist, die Kontraindikationen zu beachten und die Übungen individuell abzustimmen, betont Expertinnen und Experten der Branche. Ältere Menschen, Schwangere oder Personen mit körperlichen Einschränkungen können bestimmte Übungen nicht genauso ausführen. Die Übungen sind anzupassen. Die Expertinnen und Experten wissen, dass es oft eine Frage des Wollens ist. Nur wer sich darauf einlässt, erzielt auch Ergebnisse. Es ist auch auf den Energiehaushalt der Person zu achten. Leistungsorientierten Menschen fällt der Einstieg mit dynamischen Bewegungen oft leichter. Bei erschöpften Menschen gilt es mit Übungen wie spazieren gehen, Sauerstoff tanken und sich selbst etwas Gutes tun Energie aufzubauen. Wann und wie oft die Übungen gemacht werden, entscheidet jeder und jede für sich. Es gilt Qualität vor Quantität. Wichtig ist, nie über die eigene Grenze zu gehen und auf seinen Körper zu hören. Pausen sollen bewusst zugelassen werden. Hauptsache, man bringt die Bewegungen im Alltag gut unter. Denn es gibt auch unauffällige Übungen, die man sogar am Arbeitsplatz machen kann. Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, sollte man aufhören und es eventuell später noch einmal probieren, raten Expertinnen und Experten.

Auf den eigenen Körper hören
Meist merkt man schon während der Übung, wie sich Beschwerden bessern und der Stress nachlässt. Auch der Energiefluss macht sich manchmal durch Kribbeln oder Kälte bemerkbar. Durch die Übungen nimmt man den Körper besser wahr. Viele berichten auch, dass sie am nächsten Tag mehr Energie haben und gut gelaunt sind. Vor allem die Übungen im Element Feuer sprechen das Herz an und befeuern damit die Lebensfreude, empfehlen die Expertinnen und Experten.

Zwei DO IN-Übungen für den Arbeitsplatz:
Wenn möglich öffnen Sie ein Fenster und drehen Sie sich von Ihrer Tätigkeit weg. Atemübungen aktivieren den Körper sehr rasch: Schließen Sie die Augen, beobachten Sie Ihre Atmung. Ist sie flach, kurz, tief? Und dann atmen Sie: 3x ein (zuerst soll sich der Bauch füllen, dann der Rippenbereich und zuletzt der obere Brustbereich) – 3 Atemzüge halten – 3x aus (zuerst leert sich der Bauch, dann der Rippenbereich und zuletzt der Brustbereich). Wiederholen Sie das ein paar Mal und dann überprüfen Sie erneut Ihre Atmung. Hat sich etwas verändert? Sie können es auf 4 – 5 – 6 Atemzüge steigern.

Wenn Sie mutiger sind, stehen Sie auf – Heben Sie Ihren rechten Arm seitlich an, winkeln Sie ihn ab. Gehen Sie mit Ihrer Aufmerksamkeit zum Ellenbogen – Ihr Blick bleibt nach vorne ausgerichtet. Und dann beginnen Sie, mit dem Ellbogen kleine Kreise zu zeichnen, rückwärts. Die Kreise dürfen immer größer werden. Dadurch nehmen Sie mehr und mehr den Schultergürtel mit und lösen dort hartnäckige Verspannungen. Vielleicht hören Sie es krachen. Oder Ihr Radius ist nicht sehr weit. Mit regelmäßiger Übung wird das besser. Und dann werden Sie wieder kleiner – senken den Arm. Spüren Sie kurz nach, ob sich der rechte Arm anders anfühlt als der linke. Und dann machen Sie die Übung ebenso mit dem linken Arm. Wichtig: so langsam wie möglich.

Für alle weiteren Fragen oder eine individuelle Beratung stehen Ihnen die Expertinnen und Experten der OÖ Fachinstitute jederzeit gerne zur Verfügung.

Sie haben noch Anregungen? Die Blogredaktion der Innung der Fußpfleger, Kosmetiker und Masseure der WKOÖ freut sich über jede Rückmeldung unter: fkm@wkooe.at

 


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